DIES IST EINE BLINDHEADLINE. SIE SIEHT NICHTS, SAGT NICHTS, TUT NICHTS. & HÖRT EINFACH NICHT AUF MICH … SIE MACHT, WAS SIE WILL. UND SIE WILL EINFACH NUR HIER STEHEN.

Hallo. Dein persönlicher Foley Artist meldet sich zu Wort. Kommt nicht oft vor. Normalerweise verleihe ich deinem stummen Leben Geräusche. Effektvoll gibst du sie von dir. Ohne zu wissen, woher sie kommen. Wie manche Menschen halt. Sie sind einfach da. Du siehst mich nicht. Aber du hörst mich. Keine Worte. Ich rede nicht viel. Ich schreibe lieber. Vielleicht hilft’s.
Im O-Ton.
Was wäre dein Leben ohne mich? Du gehst auf der Straße. Nichts. Du isst Chips. Nichts. Du springst ins Wasser. Nichts. Absolut nichts ist zu hören. Dein Leben wäre stumm. Nicht mal leise, nein. Lautlos. Alles wäre lautlos. Du würdest keine Geräusche von dir geben. Niemand würde dich kommen hören. Oder gehen. Du wärst einfach da. Wäre unerhört. Schlag mit der Faust auf den Tisch, klettere auf den geschlagenen Tisch und spring runter … und sei dankbar, wenn du gehört wirst.

Hallo, mein Name ist mein Name. Ich bin süchtig. Nach allem. Oder nichts. Bin mal hoch, mal tief. Ein Realist. Ein Träumer. Ein Mensch halt. Ich rede nicht viel. Jetzt muss ich aber. Ist eine Selbsttherapie. Vielleicht hilft’s.
Auf der Kippe stehen.
Der Kopf raucht. Showdown mit Ansage. Die Deadline tickt. Tick, tack. Tick, tack. Ich fühle mich gut. Stehe drauf. Ja, ich gestehe: Ich stehe drauf, auf der Kippe zu stehen. Die gute ist dann verpufft. Ausgeraucht. Platz für neue Ideen entsteht. Vielleicht auch einmal Zeit, dem Tun Sinn zu verleihen. Geld zu verbrennen, nicht dafür zu entflammen. Dem Konto den Gar ausmachen. K.O.nto – Game over. Aber unter Null geht die Reise ja weiter. Entspannt zünde ich mir eine neue Kippe an. Lebe weiter. Bis ich wieder auf der Kippe stehe.

Hallo, mein Name ist … unwichtig. Ich bin alkohol-, drogen- und sexsüchtig. Manchmal alles auf einmal. Manchmal, nüchtern betrachtet, gar nichts von allem. Ein Mensch halt. Ich rede nicht viel. Jetzt muss ich aber. Ist eine Selbsttherapie. Vielleicht hilft’s.
Ich höre Mäuse.
Ein Bier ist kein Bier. Ein Raum, eine Anlage – die Musik presst sich durch die Boxen. Dröhnt mich Schluck für Schluck zu. Ja, nichts ist besser als gar nichts. Ich nehme noch einen Zug. Tanze, nein, bewege mich. Rhythmisch zum Brummbär. Meine Kempinski-Bristol-Berlin-Schlappen gleiten zackig über das Parkett. Und dann höre ich Mäuse. Sie machen mich wahnsinnig. Euphorisch. Ich setze mich auf den Boden. Sehne mich nach Strand und Sandpapier. Alles auf Heroin im Herbst und im Winter, der Frühlingsgefühle blühen lässt. Gefühle zulässt. Mich betrunken macht.

Hallo, mein Name steht irgendwo geschrieben. Mit Sicherheit. Sicher ist auch, dass nichts mehr sicher ist. Realitäten werden verloren. Träume platzen. Der Sinn verliert an Bedeutung. Gefühlte Hilflosigkeit. Menschlich halt. Ich rede nicht viel. Jetzt muss ich aber. Ist eine Selbsttherapie. Vielleicht hilft’s.
Sich verlieren.
Viele haben alles. Alles ist nichts. Und alle anderen leben. Ein Versuch. Aber dafür mit der Hand in den Mund. Schnauze voll? Und immer noch nicht satt.

Hallo, mein Name ist heute vielleicht mal Tom. Kummer hat man. Wenn man nicht damit durchkommt. Ich mache daraus eine Nummer. Menschlich halt. Ich rede nicht viel. Ich schreibe lieber. Vielleicht hilft’s.
Die Kummer Nummer 1 – ein Tribut
Ich sitze in einem Kaffeehaus. Es darf geraucht werden. Espresso schlürfend betrachte ich die Szenerie. Den kenne ich doch. „Hey Michel, du Gondry du!“ Er grüßt freundlich zurück. „Warum hast du so einen Scheiß wie Green Hornet gedreht?“ Er lacht, steht auf und setzt sich zu mir an den Tisch. „Weil ich einmal im Leben einen Film drehen wollte, wo ich Gangsta’s Paradise witzig einsetzen kann.“ Ich nicke zustimmend. „War wohl das Beste am ganzen Film, stimmt.“ Er setzt sich an das Schlagzeug, welches zufällig neben unserem Tisch steht und spielt es, abersowasvon coolio. Lachend singen wir das Lied bis uns das Morgengrauen heimsucht. Alles wahr und echt und wirklich passiert am 10. Juni 2018.

Hallo. Ich grille. Packe die Chance am Schopf. Und an der Keule. Menschlich halt. Ich rede nicht viel. Ich schreibe lieber. Vielleicht hilft’s.
Steaks for Chicken.
Keine frischen Fischstäbchen im Kühlfach. Das Boot liegt im Trockenen. Verdammt. Alternativen müssen her. Müssen gegrillt werden. Um mich herum laufen die Moldy Peaches. These burgers are crazy, oh yeah. Ich skalpiere das erstbeste Schwein, das mir über den Weg läuft. Und werfe den Schopf auf den Rost. Drei Hühnern mache ich Beine. Dafür gibt es sechs Keulen. Die Kohlen glühen. Senor Coconut kommt noch vorbei. Habe ihn eingeladen. Wir chillen bei einem kühlen Bier. Ein guter Tag.

Hallo. I am the Trashman. Räume weg, was du nicht mehr willst. Entsorge, was dich belastet. Ich vernichte einen Teil deiner Geschichte. Menschlich halt. Ich rede nicht viel. Jetzt muss ich aber. Ist eine Selbsttherapie. Vielleicht hilft’s.
Trashtest im Sinn.
Müll, überall Müll. Auf der Straße. Im Fernsehen. Im Kopf. And who you gonna call? Trashbuster. Ramis brachte mich zum Lachen. Du mich zum Kotzen. Dein Abfall stinkt. Zum Himmel und zurück. Ein Berg unverdauter Erlebnisse. Belastend. Alles verpackt in Plastik. Und Alufolie. Angebissene Fleischberge. Ungeöffnete Delikatessen. Abgelaufen. Die Zeit überschritten. Geliebte Menschen. Vergessen, zurück gelassen. Verdrängt durch Kauf-du-Sau-Aktionen. Egal ob Einzel- oder Menschenhandel. Schöne Erinnerungen verdrängt durch Fernsehformate, die neue Dimensionen intergalaktischer Verdummung wohnzimmerfähig machen. Einfach so. Muss man gesehen haben. Hast du gesehen! Aber keine Angst, ich bin ja da. Räume den ganzen Dreck in und neben dir weg. Fresse ihn in mich rein. Und produzieren neuen, besseren Scheiß, um dich durchzufüttern. Du hast mich zum Fressen gern. Und ich geb’s dir. Mitten in die Fresse. Den ganzen Scheiß.

Hallo, mein Name liegt mir auf der Zunge. Deshalb bildet sich gerade ein Stau. Nichts kann raus. Oder rein. Er liegt einfach da. Und sinniert. Menschlich halt. Ich rede nicht viel. Jetzt muss ich aber. Ist eine Selbsttherapie. Vielleicht hilft’s.
Faul auf der Zunge liegen.
Wenn er aber geht, dann geht was. Immer. Niemals gerade aus. Mal links, mal rechts und dann auch mal wieder zurück. Schrittfolgen als Lippenbekenntnis in Serie mit Cliffhanger. Spannung garantiert. Fällt er runter? Wenn ja, taucht er wieder auf? Oder bleibt er verschollen? Wenn er nicht fällt, bleibt er rechtzeitig stehen oder fliegt er einfach davon? Wenn er es sich da aber länger gemütlich macht, dann wird er zum Zungenbrecher. Unaussprechlich. Kommt mir nicht mehr über die Lippen. Dieser Name. Mein Name. Dann bin ich halt nur mehr der Heydu- Typ. Oder der Sie-da-Typ. Und wenn ich mich vorstelle, dann als ich. Wer sonst.

CPYRGHT SLBSTLAT